Toolmanagement: Wie funktioniert ein Werkzeugautomat?
In vielen Unternehmen müssen Werkzeuge, C-Teile und Verbrauchsmaterialien jederzeit verfügbar sein. Gleichzeitig ist es wichtig, den Überblick über Bestände und Entnahmen zu behalten. Gerade in Produktionsumgebungen mit vielen Mitarbeitern kann das schnell unübersichtlich werden. Ein Werkzeugautomat hilft dabei, die Ausgabe von Werkzeugen und Betriebsmitteln zu organisieren. Mitarbeiter können benötigte Artikel selbstständig entnehmen, während das System automatisch dokumentiert, wer wann welches Werkzeug verwendet hat.
Doch wie funktioniert ein Werkzeugautomat im Detail? Welche Abläufe stecken hinter der automatisierten Ausgabe von Werkzeugen und Materialien?
Dieser Beitrag behandelt folgende Aspekte:
- Anmeldung und Identifikation am Werkzeugautomat
- Auswahl und Entnahme von Werkzeugen
- automatische Dokumentation von Entnahmen
- Bestandsüberwachung und Nachbestellung
- Integration in Software- und ERP-Systeme
- Transparenz und Kontrolle im Betrieb
Anmeldung und Identifikation am Werkzeugautomat
Damit ein Werkzeugautomat Entnahmen eindeutig zuordnen kann, muss sich der Mitarbeiter zunächst am System anmelden. In der Praxis geschieht das meist über eine RFID-Karte, einen Mitarbeiterausweis oder eine PIN-Eingabe am Automaten.
Nach der Anmeldung erkennt das System den jeweiligen Benutzer und zeigt die verfügbaren Artikel an. Gleichzeitig können im Hintergrund Berechtigungen hinterlegt sein. So lässt sich festlegen, welche Mitarbeiter bestimmte Werkzeuge oder Materialien entnehmen dürfen.
Diese Identifikation sorgt dafür, dass jede Entnahme eindeutig einem Nutzer zugeordnet werden kann.
Auswahl und Entnahme von Werkzeugen
Nach der Anmeldung wählen Mitarbeiter den gewünschten Artikel über die Benutzeroberfläche des Automaten aus. Moderne Systeme verfügen meist über einen Touchscreen oder ermöglichen die Auswahl über einen Barcode-Scanner.
Je nach Bauart des Werkzeugautomaten erfolgt die Ausgabe auf unterschiedliche Weise. Bei Schubladenautomaten öffnet sich beispielsweise die entsprechende Schublade, während bei Fachsystemen nur das ausgewählte Fach freigegeben wird. Spiralautomaten geben einzelne Artikel automatisch aus.
Der Mitarbeiter entnimmt den gewünschten Artikel und schließt anschließend das Fach oder die Schublade wieder. Der gesamte Vorgang dauert meist nur wenige Sekunden.
Automatische Dokumentation der Entnahmen
Ein zentraler Bestandteil eines Werkzeugautomaten ist die automatische Dokumentation der Entnahmen. Jede Ausgabe wird vom System gespeichert und kann später nachvollzogen werden.
Dabei werden unter anderem folgende Informationen erfasst:
- welcher Artikel entnommen wurde
- welcher Mitarbeiter den Artikel entnommen hat
- Zeitpunkt der Entnahme
- Menge des entnommenen Materials
Durch diese Daten entsteht eine transparente Übersicht über den Werkzeugverbrauch im Unternehmen.
Bestandsüberwachung und Nachbestellung durch den Werkzeugautomaten
Ein moderner Werkzeugautomat überwacht die Bestände der gelagerten Artikel automatisch. Für jedes Werkzeug oder Verbrauchsmaterial kann ein Mindestbestand festgelegt werden.
Sobald dieser Wert unterschritten wird, kann das System eine Meldung an den Einkauf senden oder eine automatische Nachbestellung auslösen. Dadurch lassen sich Engpässe vermeiden und wichtige Werkzeuge bleiben jederzeit verfügbar.
Gerade bei häufig verwendeten C-Teilen oder Verbrauchsmaterialien sorgt diese Funktion für eine zuverlässige Versorgung der Produktion.
Integration in Software- und ERP-Systeme
Viele Werkzeugautomaten lassen sich mit einer Lagerverwaltungssoftware oder einem ERP-System verbinden. Dadurch können Artikelstammdaten, Bestände und Verbrauchsdaten automatisch synchronisiert werden.
Die Integration ermöglicht zum Beispiel:
- automatische Bestellvorschläge
- Auswertungen zum Werkzeugverbrauch
- eine bessere Planung von Lagerbeständen
- eine zentrale Verwaltung von Artikeldaten
Dadurch wird der Werkzeugautomat zu einem Bestandteil des gesamten Betriebsmittelmanagements.
Werkzeugautomat sorgt für Transparenz und Kontrolle im Betrieb
Ein weiterer Vorteil eines Werkzeugautomaten ist die erhöhte Transparenz im Unternehmen. Alle Entnahmen werden automatisch dokumentiert und können jederzeit ausgewertet werden.
Unternehmen erhalten dadurch wertvolle Informationen darüber, wie Werkzeuge und Materialien im Betrieb genutzt werden. Gleichzeitig lassen sich unnötige Lagerbestände reduzieren und Beschaffungsprozesse besser planen.
So wird aus einem einfachen Ausgabesystem ein wichtiges Werkzeug für ein effizientes Betriebsmittelmanagement.
Fazit: Automatisierte Werkzeugausgabe sorgt für klare Abläufe
Ein Werkzeugautomat organisiert die Ausgabe von Werkzeugen und Betriebsmitteln automatisiert und nachvollziehbar. Mitarbeiter können benötigte Artikel selbstständig entnehmen, während das System im Hintergrund Bestände überwacht und Entnahmen dokumentiert.
Dadurch entsteht mehr Transparenz über den Werkzeugverbrauch, Suchzeiten werden reduziert und wichtige Materialien bleiben jederzeit verfügbar. Unternehmen profitieren so von effizienteren Abläufen und einer besseren Kontrolle über ihre Betriebsmittel.
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